screenbox multimedia ltd. ag
 

Von Roggwil aus ins WWW

Die «Schweizer Revue», die Zeitschrift des Bundes für Auslandschweizer, kann neu auch im Internet durchgeblättert werden. Das Roggwiler Unternehmen Screenbox hat diesen Internet-Auftritt realisiert.

Einzig der grosse Parkplatz vor dem Haus deutet darauf hin, dass im Innern nicht nur gekocht und geschlafen wird. Allenfalls noch das A4-Blatt-grosse Firmenlogo neben dem Eingang. Hier, ausgangs Roggwil in Richtung Neukirch, hat das Multimedia-Unternehmen Screenbox seinen Sitz. Sven Spirjak, gelernter Typograph, hat das Unternehmen 1996 gegründet. Zu Beginn gestaltete er interaktive Lernsoftware – etwa für die Swissair. Später entwickelte seine Firma verschiedene Produkte fürs Internet.

Und kürzlich nun durfte Screenbox für das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) die Online-Ausgabe der «Schweizer Revue» realisieren. Das EDA gab vor, dass die Möglichkeit besteht, den Inhalt selber in verschiedenen Sprachen in die Webseite einfüllen zu können. «Zudem musste die Seite einen Monat nach der Auftragserteilung online», sagt Spirjak.

Arbeiten in einer Reihe

Die Arbeitsplätze von Screenbox, alle in einer Reihe, mit Blick auf 20 Rehgeweihe an der Wand, sind im Untergeschoss. Dieses ist mit grauem Sofa und rotem Kühlschrank ausgestattet. Bei Screenbox arbeiten sechs Personen – zwei programmieren von zu Hause aus. Priska Spirjak, die Frau des Chefs, führt die Buchhaltung «und ist die gute Seele von Screenbox», fügt Oliver Fehr an. Er ist zuständig für Marketing und Kommunikation. Ihre Kochkünste, die sie manchmal über Mittag unter Beweis stellt, quittiert er mit einem Zeigefinger-Daumen-Kuss (bekannt aus der Werbung für italienische Delikatessen).

«Alles live»

Das beste Pferd im Produkte-Stall von Screenbox ist die Software Openfile64: Ein selbst entwickeltes Content Management System (CMS) – eine Software, mit der Kunden ihre Webseite vollständig via Browser bewirtschaften können. Zu den Kunden zählen etwa die Stadt Arbon, die Schweizerische Bodensee Schifffahrt und nun auch das EDA.

Sven Spirjak erläutert die Funktionsweise von Openfile64 auf seinem weissen 30-Zoll-Bildschirm. Will der Kunde etwa einen Titel ändern, genügt ein Klick, und er kann ihn an Ort und Stelle bearbeiten. «Ich arbeite direkt in der Webseite, es ist alles live», sagt Spirjak und demonstriert dies mit Maus und Tastatur. «Die Schulung dauert 90 Minuten, dann ist jeder fit für unser System. » Openfile64 gibt es allerdings nicht als Software im Laden zu kaufen, sondern ist verknüpft mit einem Webauftritt – gestaltet von Screenbox. «Wir tragen die Verantwortung für das Produkt», sagt Spirjak, der sich selber als Perfektionist charakterisiert.

Logodesign ist Chefsache

Das Roggwiler Unternehmen bietet auch Dienstleistungen im grafischen Bereich an: Broschüren, Visitenkarten und Logodesign. Das Gestalten von Logos ist bei Screenbox allerdings Chefsache. «Bittet mich der Kunde um drei Logo-Vorschläge», erzählt Spirjak, «mache ich nur einen, und der muss passen.» Für ihn muss ein Logo «überall einsetzbar» sein. Auch im 3D-Bereich ist Screenbox aktiv. Für die Gemeinde Widnau haben Spirjak und sein Team die geplante Neugestaltung der Bahnhofstrasse in einem Film visualisiert. Der Film erlaubt es den Bürgern, die über den Kredit abzustimmen haben, sich ein Bild vom Widnau der Zukunft zu machen – im Gegensatz zu Plänen auf Papier, die die Vorstellungskraft etwa so sehr anregen wie die Beschreibung der Inhaltsstoffe eine Fertigsuppe.

 

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Tagblatt-Artikel (218.5 kB)
21.11.2009

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